Pressemitteilung
Ein kurzer, journalistisch geschriebener Text, mit dem ein Unternehmen oder eine Institution eine Neuigkeit bekannt gibt, über die Redaktionen berichten können.
Eine gute Pressemitteilung bringt das Wesentliche in Überschrift und ersten Absatz – was geschehen ist, wer beteiligt ist, wann, wo und warum es für die Leser relevant ist. Danach folgen Details, ein Zitat eines Sprechers und ein Kontakt für Rückfragen. Eine Redaktion kann die Mitteilung übernehmen, kürzen, um eigene Quellen ergänzen oder gar nicht verwenden.
Eine Mitteilung ohne Nachrichtenwert zu versenden, hilft nicht: Journalisten erhalten täglich Dutzende Texte und wählen die aus, die ihren Lesern etwas bieten. Wirksamer sind daher weniger Mitteilungen mit einer klaren Geschichte, gezielt an die Medien versandt, die über das Thema berichten.
Siehe auchSperrfrist · Mediendatenbank · Earned Media
Sperrfrist
Eine Vereinbarung, nach der ein Journalist Informationen vorab erhält, sie aber erst zu einem festgelegten Datum und einer festgelegten Uhrzeit veröffentlicht.
Eine Sperrfrist gibt den Redaktionen Zeit, einen besseren Beitrag vorzubereiten – den Kontext zu recherchieren, ein Interview zu führen, Fotos zu beschaffen – und dem Kunden die Sicherheit, dass die Nachricht nicht erscheint, bevor sie fertig ist. Sie wird deutlich am Anfang des Materials vermerkt.
Eine Sperrfrist beruht auf Vertrauen. Sie ist vertraglich nicht durchsetzbar, und ein Bruch wird meist damit beantwortet, dass das Medium beim nächsten Mal kein Material vorab erhält. Eingesetzt wird sie bei Ergebnissen, Studien oder Produkteinführungen, nicht bei Routinemeldungen.
Siehe auchPressemitteilung · Exklusivität
Pressekonferenz
Ein Termin, bei dem ein Unternehmen oder eine Institution mehreren Journalisten gleichzeitig eine Neuigkeit vorstellt und ihre Fragen beantwortet.
Eine Pressekonferenz ist sinnvoll, wenn die Nachricht stark genug ist, dass Journalisten ihretwegen kommen, oder wenn es etwas zu zeigen gibt – ein neues Produkt, ein Gebäude, einen Ort. Für eine Routinemeldung genügt eine Pressemitteilung; ein leerer Saal schadet mehr, als die Konferenz bringt.
Der Termin wird mit Blick auf Redaktionsschlüsse und konkurrierende Ereignisse gewählt, die Einladung geht frühzeitig und mit klarem Thema hinaus. Dazu gehören eine herunterladbare Pressemappe und ein Sprecher, der auch auf unangenehme Fragen vorbereitet ist.
Siehe auchPressemitteilung · Sprecher · Medientraining
Mediendatenbank
Eine Liste von Journalisten und Medien mit Kontaktdaten und Themengebieten, aus der der Presseverteiler für eine bestimmte Meldung erstellt wird.
Eine Datenbank ist nur ein Ausgangspunkt. Journalisten wechseln Medium und Ressort, und eine nicht gepflegte Liste führt dazu, dass Nachrichten an Menschen gehen, die nicht über das Thema berichten oder nicht mehr bei dem Medium arbeiten.
Für jede Meldung wird daraus ein engerer Kreis gezogen – Fachmedien, Regionalredaktionen, die Ressorts, die das Thema abdecken. Die Kontakte sind personenbezogene Daten und werden nach den Datenschutzvorschriften behandelt.
Siehe auchPressemitteilung · Exklusivität
Exklusivität
Das Angebot einer Geschichte, eines Interviews oder von Material an ein einziges Medium, bevor es jemand anderes erhält.
Medien schätzen Exklusivmaterial, weil es ihnen etwas bietet, das die Konkurrenz nicht hat, und geben ihm im Gegenzug oft mehr Raum und Sorgfalt. Der Kunde gewinnt eine ausführlichere Behandlung in dem Medium, das für seine Zielgruppe am wichtigsten ist.
Der Preis dafür: Andere Medien greifen die Geschichte später oder gar nicht auf. Exklusivität wählt man daher dort, wo Qualität und Kontext eines einzelnen Beitrags mehr zählen als die Zahl der Erwähnungen – und sie muss eingehalten werden. Wer zwei Medien gleichzeitig „exklusiv“ bedient, verliert das Vertrauen beider.
Siehe auchSperrfrist · Earned Media
Earned Media
Medienpräsenz, für die eine Marke nicht bezahlt, sondern die sie sich verdient hat, weil Redaktionen, Content Creator oder Menschen beschlossen haben, über sie zu schreiben oder zu sprechen.
Typischerweise sind das redaktionelle Artikel, Interviews, Reportagen oder Erwähnungen in Sendungen. Weil jemand anderes als der Kunde darüber entschieden hat, vertraut das Publikum ihnen mehr als Werbung. Der Kunde kann jedoch nicht steuern, wann, wo und in welcher Form die Berichterstattung erscheint.
Das Gegenstück sind Paid Media – Werbung und Advertorials mit garantiertem Termin und Wortlaut. Am besten wirken beide zusammen: Die bezahlte Kampagne sichert Reichweite und Kontaktfrequenz, die verdiente Berichterstattung verleiht der Botschaft Glaubwürdigkeit und Kontext.
Siehe auchPESO-Modell · Advertorial · Share of Voice
PESO-ModellPaid, Earned, Shared, Owned
Ein Modell, das Kommunikationskanäle in Paid, Earned, Shared und Owned Media einteilt.
Paid Media sind Werbung und Advertorials, Earned Media redaktionelle Berichterstattung, Shared Media Inhalte, die sich auf sozialen Plattformen verbreiten, und Owned Media die Website, der Newsletter oder das Kundenmagazin. Die Kanäle unterscheiden sich in Kosten, Kontrolle und Glaubwürdigkeit.
Der Kern des Modells ist die Verknüpfung: Eine Pressemitteilung erscheint auf der eigenen Website, ein redaktioneller Artikel wird zu geteiltem Inhalt, und eine bezahlte Kampagne verstärkt ein Thema, das bereits in den Medien präsent ist. Eine Botschaft wird kanalübergreifend geplant statt als vier getrennte Aktivitäten.
Siehe auchEarned Media · Mediamix · Advertorial
Share of VoiceSOV
Der Anteil einer Marke an der gesamten Medienberichterstattung oder Werbung in ihrer Kategorie im Vergleich zum Wettbewerb.
In der Public Relations wird er aus der Berichterstattung berechnet – wie viele Erwähnungen im selben Zeitraum und in denselben Medien auf die Marke und wie viele auf die Wettbewerber entfielen. In der Werbung bezeichnet derselbe Begriff den Anteil an den Werbeausgaben oder Impressions der Kategorie.
Der Share of Voice zeigt Veränderungen über die Zeit besser als die absolute Zahl der Artikel: Erhält die gesamte Kategorie weniger Aufmerksamkeit, kann die Berichterstattung sinken, während der Anteil der Marke dennoch steigt. Zusammen mit der Tonalität ergibt er ein realistischeres Bild als eine einzelne Zahl.
Siehe auchTonalität (Sentiment) · AVE · Earned Media
Tonalität (Sentiment)
Die Einschätzung, ob ein Beitrag für die Marke positiv, neutral oder negativ ausfällt.
Die Tonalität wird jedem Beitrag nach vorab festgelegten Regeln zugeordnet, damit sie über die Zeit vergleichbar ist. Automatisierte Tools schätzen sie schnell ein, verkennen aber Ironie, Fachtexte oder gemischte Artikel – eine fundierte Auswertung verbindet daher Automatisierung mit menschlicher Lektüre.
Die Tonalität allein reicht nicht: Eine neutrale Erwähnung in einem großen Medium kann mehr wert sein als eine positive in einem Randmedium. Deshalb wird sie zusammen mit der Reichweite des Mediums betrachtet und damit, ob der Beitrag die Kernbotschaften transportiert hat.
Siehe auchShare of Voice · AVE
AVEAdvertising Value Equivalency
Die Umrechnung eines redaktionellen Beitrags in den Preis, den eine gleich große Anzeige im selben Medium gekostet hätte.
AVE war lange beliebt, weil es eine einfache Zahl in Euro oder Kronen liefert. Die PR-Fachverbände lehnen es jedoch als irreführend ab: Ein Artikel und eine Anzeige sind nicht dasselbe, ein kritischer Beitrag hat denselben „Wert“ wie ein wohlwollender, und das Ergebnis sagt nichts darüber, ob die Berichterstattung die Zielgruppe erreicht oder etwas bewirkt hat.
Statt AVE werden PR-Ergebnisse am Ziel gemessen – an der Reichweite in relevanten Medien, der Tonalität, der Präsenz der Kernbotschaften, dem Share of Voice und daran, was die Kommunikation tatsächlich erreicht hat. OMNIA PR verwendet AVE nicht.
Siehe auchShare of Voice · Tonalität (Sentiment) · TKP
Krisenhandbuch
Ein vorab erstelltes Dokument, das festlegt, wer wie und in welcher Reihenfolge kommuniziert, wenn ein Unternehmen oder eine Institution in eine Krise gerät.
Es enthält wahrscheinliche Krisenszenarien, ein Krisenteam mit Kontakten und Stellvertretern, ein Freigabeverfahren, Vorlagen für erste Stellungnahmen und Regeln für die Kommunikation mit Medien, Mitarbeitern und Behörden. Ziel ist, die ersten Stunden nicht mit der Klärung von Zuständigkeiten zu verlieren.
Ein Krisenhandbuch nützt nur, wenn es bekannt und eingeübt ist. Deshalb wird es mit einer Krisensimulation und einem Medientraining für die Sprecher verbunden und aktualisiert, wenn sich Führung oder Abläufe ändern.
Siehe auchSprecher · Medientraining
Medientraining
Die Vorbereitung von Sprechern und Führungskräften auf Interviews mit Journalisten, einschließlich Übungen vor Kamera und Mikrofon.
Das Training vermittelt, Kernbotschaften kurz und klar zu formulieren, unangenehme Fragen ohne Ausweichen zu beantworten und zu wissen, was gesagt werden darf und was nicht. Meist gehört ein auf Video aufgezeichnetes Probeinterview mit anschließender Besprechung dazu.
Sinnvoll ist es vor einem wichtigen Interview oder einer Pressekonferenz sowie für Mitglieder eines Krisenteams. Wer ein Interview unter Druck geübt hat, wirkt im Ernstfall ruhiger und sagt seltener etwas, das später gegen ihn zitiert wird.
Siehe auchSprecher · Krisenhandbuch · Pressekonferenz
Sprecher
Die Person, die befugt ist, für ein Unternehmen oder eine Institution gegenüber Medien und Öffentlichkeit zu sprechen.
Sprecher kann ein Pressereferent, ein Geschäftsführer, ein Experte oder je nach Thema eine Kombination sein – der Geschäftsführer zu Ergebnissen und Strategie, ein Experte zu Fachfragen. Entscheidend ist, dass er das Mandat, die Informationen und die Zeit hat, um zu reagieren, wenn eine Redaktion anruft.
In der Krise gilt das Prinzip „eine Stimme“: Alle Anfragen laufen über die benannte Person, damit sich die Aussagen nicht widersprechen. Journalisten merken sich außerdem, wer schnell und präzise antwortet, und wenden sich wieder an diesen Sprecher.
Siehe auchMedientraining · Krisenhandbuch · Pressekonferenz
Product Seeding
Das Versenden eines Produkts an Journalisten oder Content Creator zum Ausprobieren, ohne Verpflichtung zur Berichterstattung.
Seeding setzt voraus, dass das Produkt etwas zu zeigen hat. Der Empfänger testet es und entscheidet selbst, ob und wie er darüber schreibt oder filmt – das Ergebnis ist eine unabhängige Meinung, die das Publikum ernster nimmt als eine bezahlte Präsentation.
Die Auswahl der Empfänger zählt mehr als ihre Zahl: Ein Paket an Menschen, deren Publikum sich nicht für die Kategorie interessiert, ist ein verschenktes Produkt. Ist das Seeding mit einer Bezahlung oder einem vereinbarten Post verbunden, handelt es sich nicht mehr um Seeding, sondern um eine bezahlte Kooperation, die als Werbung gekennzeichnet werden muss.
Siehe auchEarned Media · Exklusivität